Chciałam studiować germanistykę

Też tak macie, że pandemia obudziła w Was stare sentymenty? Do czynności, które kiedyś nas zajmowały. Do miejsc, w których bywaliśmy jako dzieci, nastolatki albo studenci. No i do ludzi, z którymi kiedyś wiele nas łączyło.

Mnie akurat zebrało się na sentyment do języka niemieckiego. Jak znajdę czas, to dopiszę po polsku.

Als ich ein kleines Mädchen war, konnte so ca. fünf sein, hat uns der Vater (meine Mutter, meinen Bruder und mich) zum Bahnhof gebracht, weil wir die Oma besuchen wollten. Es war ganz, ganz früh am morgen und es war ein tiefer Winter. Es herrschte also noch volle Dunkelheit draußen und nur die Straßenlichter beleuchteten die Gegend. Als wir über unser Städtchen durchfuhren, habe ich zum ersten Mal im Leben einen richtigen Menschenstrom gesehen. Ich weiß nicht, wie viele Leute es sein konnten. Ja klar, wenn man Kind ist, scheint alles größer und mehr zu sein. Auf jeden Fall waren es sehr, sehr viele und sie gingen alle in eine Richtung.

– Wo gehen all die Leute hin? – hab ich gefragt

– zur Arbeit – hat der Vater mit Offensichtlichkeit in der Stimme geantwortet

– und jeden Tag so?

– ja, jeden Tag – bestätigte der Vater

Für meinen Vater als Erwachsenen war es doch völlig normal – in unserer Stadt befand sich eine Fabrik und die Mitarbeiter begannen um sechs ihre Schicht. Doch ich habe sein Verständnis für die Situation nicht geteilt – das ganze Bild machte auf mich einen eher abschreckenden Eindruck. Die Leute sahen traurig aus und es musste ihnen wirklich kalt gewesen sein. Na ja, der Winter vor über dreißig Jahren war auch anders, als der heute ist, ein heftiger Frost gehörte einfach dazu. Und natürlich nicht die Kälte ist hier das tatsächliche Problem, sondern der Zwang in den Betrieb hinzugehen.

Obwohl so lange Zeit vergangen ist, kann ich mich an diesen frühen, dunklen Morgen wirklich gut erinnern. Ich glaube, mein fünf Jahre altes Unterbewusstsein hat damals eine Entscheidung gefasst – ich möchte so nicht!

Ja, ich wusste es wirklich damals schon:

Ich möchte nicht nur in einer Menschenmasse mitgehen und individuell kaum wahrgenommen werden.

Ich möchte nicht, dass mir jemand sagt, was ich von A bis B und von B bis C machen muss und dass ich es gar nicht in Frage stellen darf

Und endlich – ich will nicht so früh aufstehen müssen 😉

Wie froh bin ich, dass ich mein Leben selbst gestalten konnte und dass ich von den Umständen nicht gezwungen war, das zu machen, womit ich innerlich nicht einverstanden bin. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied? Grundsätzlich schon, aber auch nicht immer. Leben …

Was mich jedoch wundert- einige sind gar nicht gezwungen, ihre Freiheit abzugeben, tun es aber freiwillig.

Die meisten arbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben und das bisschen, das ihnen von Freiheit bleibt, ängstigt sie“

Diese Worte hat Johann Wolfgang von Goethe in den Leiden des jungen Werther im Jahr 1774 geschrieben, bleiben aber völlig aktuell. Das würde zeigen – Leute ändern sich nicht so sehr über die Zeit. Und Leute unterscheiden sich auch nicht so sehr voneinander – egal wo sie leben.

Meine Einstellung zum Angestelltendasein wurde mir im Alter von 5 Jahren klar, obwohl mir damals der Begriff Festangestellte natürlich nicht bekannt war. Na ja, irgendwo muss man anfangen, ich habe aber nur vier Jahre lang mit einem Arbeitsvertrag, heißt auch mit einem Chef bzw. Chefin ausgehalten. Natürlich finde ich, dass die Zeit als Mitarbeiter/Mitarbeiterin am Anfang der Karriere nötig und wichtig ist. Man lernt dann enorm viel und man kann auch die Arbeitsweise beobachten. Das Arbeitsumfeld hat sich heutzutage auch weitgehend geändert und natürlich ist das Leben eines qualifizierten Mitarbeiters in einer internationalen Gesellschaft nicht mit dem Leben des Fabrikmitarbeiters im kommunistischen Polen in den 80-gern zu vergleichen. Was sich nicht geändert hat – man muss das machen, was jemand anderer bestimmt hat. Trotzdem scheint ein unbefristeter Arbeitsvertrag mit festem Gehalt sehr komfortabel zu sein. Da kommen wir jedoch auf die Worte von Goethe zurück: das bisschen, das den Leuten von Freiheit bleibt, ängstigt sie.Ich denke sogar, die Worte sind heute aktueller denn je. Dies hängt damit zusammen, dass ganz viele Dinge, die man so wirklich gar nicht braucht, für ein Kredit gekauft werden. Und die Angst vor Freiheit, über die Goethe schrieb, betrifft vor allem die Angst, die genommenen Kredite nicht bezahlen zu können. Woher wusste Er, dass das 21. Jahrhundert so aussehen wird?

Bei mir wurde die innerliche Stimme in einem Moment zu laut und ich wusste, dass ich aus der Schein-Komfortzone raus muss. Keinen Chef zu haben war schon ein der Hauptvorteile. Noch wichtiger war aber, ganz flexibel bezüglich den Arbeitszeiten und auch bezüglich den Aufgaben zu sein. Wie erwähnt – ich bin ein bisschen allergisch gegen „Schlauköpfchen“ und so einem netten Herren mal sagen zu dürfen, dass ich bei seinen hervorragenden Ideen nicht mitmachen möchte – befestigte mich nur, dass meine Entscheidung mich selbständig zu machen, die richtige war. Und es ist mir schon öfter passiert, dass ich einen Auftrag nicht genommen habe. Weil ich es nicht wollte und weil ich es nicht brauchte. Ein schönes Gefühl. Man muss wirklich sehr bewusst entscheiden, wem man seine Zeit verkauft. Geld kann man immer noch verdienen, aber unsere in die Arbeit gesteckte Zeit werden wir nie wieder zurückbekommen.

Natürlich bin ich keine Ignorantin, wenn es ums Geld geht, aber es stellte für mich nie die Hauptmotivation dar. An erster Stelle stand immer, einfach gute Arbeit zu leisten. Wahrscheinlich sind hier Erziehung und Beispiel der Eltern nicht ohne Bedeutung. Ich glaube aber wirklich dran, dass alles ein System ist und das dieses System nach Gleichgewicht strebt. In einem Moment kommt für gut gemachte Arbeit auch eine angemessene Vergütung. Stimmt, manchmal muss man sich ein bisschen gedulden und bei jungen Leuten ist es oft ein Problem, dass sie alles sofort haben möchten. Wenn ich so zurückschaue – vor 10 Jahren konnte ich nicht so viel wie jetzt verdienen, weil ich mit mir nicht das gleiche Niveau wie jetzt vertreten habe. Alles muss in der richtigen Zeit kommen und es ist OK so.

In Bezug auf die Angemessenheit der Vergütung wird es jetzt oft diskutiert, ob z.B. die Influencer einen wirklichen Wert schöpfen, indem Sie ein Photo machen und mehrere Tausende dafür bekommen. Eine interessante Frage. Was schafft eigentlich ein Influencer ausser den Konsumrausch noch weiter anzukurbeln. Gilt heutzutage „ohne Fleiß kein Preis“ wirklich nicht mehr? Tja, die Welt war nie gerecht und in einem Moment des Lebens akzeptiert man es einfach. Und da es an allem eben das Gleichgewicht geben muss, vielleicht bezahlen die Influencer woanders ihren Preis, nur wir bekommen es nicht mitgeteilt. Für mich ist es enorm wichtig, mit mir selbst konform zu sein und ich würde mein Leben mit einem Influencer nicht tauschen.